Kerbein und Müller: Inklusion im Sport bleibt auf der Strecke

Die Verankerung des Inklusionsgedankens im Sport steckt in Nordrhein-Westfalen noch immer in den Kinderschuhen. Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung von Inklusion im Sport ist aus Sicht von CDU und FDP die Berücksichtigung von entsprechenden Lehrinhalten in den sportwissenschaftlichen Studiengängen. Berufsbegleitende Fortbildungsangebote für Sportlehrer und die Qualifizierung von ehrenamtlichen Trainern und Übungsleitern in den Vereinen könnten helfen, die facettenreiche Inklusionsthematik zu vermitteln. Einen entsprechenden Antrag von CDU und FDP hat die rot-grüne Mehrheit im Sportausschuss jetzt abgelehnt.

Björn Kerbein, Sprecher für Sport der FDP-Landtagsfraktion, erklärt dazu: „Wir bedauern sehr, dass SPD und Grüne unseren Argumenten nicht gefolgt sind. Unser Ziel ist einerseits, Menschen mit Behinderungen für den Sport zu begeistern und die bestehenden Barrieren beim Zugang zu Sportangeboten zu verringern. Andererseits wollen wir Lehrer und Übungsleiter für die besonderen Herausforderungen in diesem Gebiet sensibilisieren und eventuelle Hemmschwellen abbauen. Die Curricula der Sporthochschulen, der Universitäten und Fachhochschulen hätten wir gerne in diesem Sinne ergänzt. Wir wissen, dass Studierende großes Interesse an dem Thema haben. Diesen Rückenwind hätten wir gerne genutzt.“

Holger Müller, sportpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion: „Die Chance, mit einer gemeinsamen Initiative dem Gedanken und vor allem der Umsetzung der Inklusion im Sport zum Erfolg zu verhelfen, haben SPD und Grüne leichtfertig vertan. Dieses Verhalten ist aus Sicht der Betroffenen beschämend. Über ein Jahr hat Rot-Grün uns mit der Bitte um eine gemeinsame Initiative hingehalten, um am Ende den gemeinsamen Vorstoß von CDU und FDP ohne einen einzigen Gegenvorschlag abzulehnen. Das parteipolitische Farbenspiel war den Koalitionsfraktionen wichtiger – zum Leidwesen der Menschen mit Behinderung. Die vollmundigen Erklärungen zur Inklusion sind leider ohne Taten geblieben.“