Kerbein: Flüchtlinge und Vereine nicht gegeneinander ausspielen

Zur Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen erklärt der sportpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion DR. BJÖRN KERBEIN

„Die Zahl der Flüchtlinge, die täglich nach Nordrhein-Westfalen kommen, steigt stark und nachhaltig. Diese Entwicklung ist der Landesregierung seit Monaten bekannt und es ist klar, wie dringend angemessene Möglichkeiten zur Unterbringung der Flüchtlinge geschaffen werden müssen. Trotzdem ist es immer noch gang und gäbe, dass Kommunen mit nur wenigen Stunden Vorlauf Flüchtlinge zugewiesen werden. Häufig werden dann kurzerhand Sporthallen zu Notunterkünften umfunktioniert.

Was in den Sommerferien nach einer sinnvollen Lösung aussieht, entpuppt sich jetzt jedoch als echtes Problem. Die dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen stellt keine zufriedenstellende Lösung dar. Nicht für die Flüchtlinge und auch nicht für die Sportvereine und Schulen.

Gerade die Sportvereine leisten eine wichtige integrative Arbeit und fördern erfreulicherweise die Willkommenskultur in unserem Land. In den letzten Tagen erreichen mich leider vermehrt Stellungnahmen, die die Situationen für die Vereine vor Ort als kritisch beschreiben. Interessenskonflikte zwischen Flüchtlingen und ansässiger Bevölkerung sind zu vermeiden. Damit dient man weder der Akzeptanz für Flüchtlinge noch der erfreulich großen Hilfsbereitschaft innerhalb der Bürgerschaft. Sporthallen dürfen nur im äußersten Notfall und zeitlich eng begrenzt zu Flüchtlingsunterkünften umgewidmet werden.

Die chaotische Flüchtlingspolitik der Landesregierung sollte weder auf dem Rücken der Flüchtlinge noch auf dem der Sportvereine ausgetragen werden. Die Landesregierung steht in der Pflicht, endlich genügend dauerhafte Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Dies ist insbesondere im Interesse der Flüchtlinge. Flüchtlinge in Sporthallen sind in einer konkreten Notsituation möglicherweise unvermeidbar, aber auf Dauer keine menschenwürdige Lösung.“