Anti-Doping-Gesetz: Strafrecht nicht das geeignete Mittel

Foto: Henryart aus der deutschsprachigen Wikipedia
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Doping schädigt das Ansehen des Sports und schmälert die ehrlichen Erfolge. Ein konsequentes Vorgehen gegen Dopingsünder und systematisches Doping ist zwingend erforderlich. Das Strafrecht ist jedoch nicht das passende Mittel, da es nur bedingt dazu geeignet ist, gesellschaftliche Prozesse zu steuern. Fairness und Chancengleichheit bei sportlichen Wettbewerben und die Aufrechterhaltung der Integrität des Sports sind keine strafrechtlich zu schützenden Rechtsgüter.

Anstelle einer strafrechtlichen Verfolgung von Dopingvergehen brauchen wir vor allem eine ausreichende und langfristige Finanzierung der Anti-Doping-Agenturen und der Anti-Doping-Forschung.


Lange Sperren und Rückforderungen von Sponsoren- und Fördergeldern halte ich für deutlich abschreckender als mögliche Bewährungsstrafen. Daher sehe ich vor allem die Sponsoren, Verbände und Förderer des Sports in der Pflicht, individualvertraglich über Rückforderungsklauseln das Doping nachhaltig zu bekämpfen. Dies muss auch für die Trainer, Betreuer und Ärzte der Sportlerinnen und Sportler gelten. Es darf nicht sein, dass wir einerseits versuchen Doping zu unterbinden und Betrüger zu überführen und andererseits auffällig gewordene Bundestrainer mit Steuergeldern bezahlt werden.


Doping untergräbt systematisch das Ansehen des Sport. Großartige Leistungen im Radsport oder in der Leichtathletik rufen immer auch den Verdacht der Manipulation auf den Plan. Hier sind auch wir als "Sportfans" gefragt. Wir müssen einen sauberen Sport und die dazugehörigen Kontrollen einfordern. Von den Sportlerinnen und Sportlern, den Verbänden und auch von den Sponsoren. Notfalls auch mit dem Entzug unserer Aufmerksamkeit.