KiTa: Stadt und Land hätten sich längst auf berufstätige Eltern einstellen müssen

 

„Der Ruf nach einer weiteren Flexibilisierung der KiTa-Öffnungszeiten ist nicht neu. Gleiches gilt für die Forderung nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Umso unverständlicher ist es, dass eine dringend benötigte Reform des Kindergartengesetzes weiterhin auf sich warten lässt. Entgegen der Ankündigungen von Ministerin Christina Kampmann, bis Ende 2016 Eckpunkte für ein neues Gesetz vorzulegen, warten alle Beteiligten noch immer auf Ergebnisse aus dem Ministerium. Experten schätzen sogar, dass ein neuen Gesetz nicht vor dem Kindergartenjahr 2019/2020 in Kraft treten wird. Bis dahin wird sich der Trend der zurückgehenden KiTa-Öffnungszeiten sicherlich fortsetzen.

Diese falsche Prioritätensetzung der Landesregierung schlägt sich auch im SPD-Wahlprogramm nieder. Die Flexibilisierung der Öffnungszeiten kostet Geld, dennoch strebt die SPD trotz der chronischen Unterfinanzierung der KiTas und fehlender Betreuungsplätze eine Abschaffung der Elternbeiträge an. Dies jedoch nur für eine Betreuung in den Kernzeiten. Zahlen sollen also künftig nur noch die Eltern, die auf eine Betreuung in den Randzeiten angewiesen sind. Unter sozial gerecht verstehen wir Freie Demokraten etwas anderes.

 

Da hilft es auch nicht, alleinerziehenden Müttern ein schlechtes Gewissen einzureden, nur weil sie aufgrund von Schichtarbeit auch Spät- und Nachtschichten übernehmen müssen und deshalb auf eine Kinderbetreuung auch zu später Stunde angewiesen sind. Natürlich sollte ein Kind möglichst viel Zeit mit den eignen Eltern verbringen. Eine Betreuung in den Abendstunden oder über Nacht dürfen wir aber nicht einfach pauschal ablehnen. Alle Armutsstudien weisen nach, dass die größte Gefahr für Kinder eine fehlende Erwerbstätigkeit der Eltern ist.“